Verpassen Sie keines unserer Angebote in Hesel






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Traditionen und kulinarische Vielfalt

Entdecken Sie die vielfältigen Traditionen unserer Region und lernen Sie die kulinarischen Leckereien kennen. Probieren geht über studieren…hmm, lecker!

Im Laufe des Jahres

Osterfeuer

Ein alter Brauch ist das Abbrennen von Osterfeuern am Karsamstag. Die Osterfeuer bestehen aus hoch aufgetürmtem Baum- und Strauchschnitt, welcher schon wochenlang vorher an einem geeigneten Platz, meistens am Ortsrand, gesammelt wird. Auch alte Weihnachtsbäume finden so noch eine weitere Verwendung. Die Holzstöße werden oft so errichtet, dass sie weithin sichtbar sind. Am Karsamstag trifft man sich dann gesellig beim Bier bzw. bei Heißgetränken und einer Köstlichkeit vom Grill. Bei Eintritt der Dämmerung wird das Osterfeuer entzündet.

Osterei bicken

Zwei hartgekochte Ostereier werden von zwei Spielern mit den spitzen Enden zusammengeschlagen (gebickt). Der Spieler, dessen Osterei zerbricht, gibt es an den Mitspieler, der es essen darf.

Osterei werfen

Kindern werfen ihre Ostereier auf Weiden oder Wiesen in die Höhe, um festzustellen wie belastbar die Ostereier sind. Falls die Eier zerbrechen werden sie meist sofort gegessen.

Maibaum aufstellen

Neben Nachbargemeinschaften sind es vor allem auch Vereine, die am Vorabend des 1. Mai einen Maibaum aufstellen. Der Maibaum muss bis zum Morgengrauen des 1. Mai vor den „Maibaumdieben" bewacht werden. Ist ein Maibaum unbewacht oder die Bewachung abgelenkt, kann er durch drei symbolische Spatenstiche am Baum „gestohlen“ werden. Die Auslösung des Diebesguts ist Verhandlungssache und drückt sich meist in „Getränkeeinheiten“ aus. Es gilt als feste Regel, dass Maibäume nur dann „gestohlen" werden dürfen, wenn man zuvor selbst einen Maibaum aufgestellt hat.

Martinisingen

Am 10. November, dem Geburtstag des Reformators Martin Luther, ist Martini-Singen angesagt. Schon Wochen vorher wird im Kindergarten oder in der Schule mit dem Basteln von Laternen und dem Über der Martinilieder begonnen. Bereits am Spätnachmittag - bei beginnender Dämmerung - herrscht ein buntes Treiben auf den Straßen. Da ziehen zunächst die Kinder mit ihren Papierlaternen - den „Kipp-Kapp-Kögels“ - von Haus zu Haus und singen ihre hoch- oder plattdeutschen Martinilieder. Zur Belohnung für ihre Darbietung erhalten die sie Süßigkeiten, Obst, Nüsse und andere Leckereien. Am späteren Abend ziehen dann die Jugendlichen und Erwachsenen los. Sie verkleiden sich und tragen „Skebellenskoppen" (Masken) um möglichst nicht erkannt zu werden.

Verknobeln

Am 5. Dezember (dem Sünnerklaasfest) ist „Verknobeln" angesagt. Gastwirte und Bäcker oder auch Vereine laden dazu ein. Geknobelt wird um Sahnetorten, Mettwürste, Puten, Pralinen, ein Stück Wild oder anderes Essbares. Alkoholische Getränke sind zur Verknobelung nicht freigegeben. Geknobelt wird mit drei Würfeln in einem Lederbecher. Jeder Mitspieler gibt seinen Einsatz, der je nach Wert des Preises etwa einen Euro beträgt und hat einen Wurf. Der Spieler mit der höchsten Zahl gewinnt den vorher festgelegten Preis. Bei gleicher Augenzahl kommt es zwischen den Spielern zu einem Stechen.

Nikolaus

Der 6. Dezember ist der St. Nikolaustag. Die Kinder stellen am Vorabend des 6. Dezember einen Teller mit einem Stück Schwarzbrot für den Nikolaus und ein paar Stückchen Würfelzucker für sein Pferd auf die Fensterbank. Manche stellen auch einen sauber geputzten Schuh oder Stiefel auf. Sie hoffen, dass der Nikolaus in der Nacht vorbei kommt und als Dank Süßigkeiten und einen Stutenkerl hinterlässt.

Karbidschießen

In der Gemeinde Holtland findet alljährlich noch das traditionelle Silvesterschiessen mit Karbid bei der Holtlander Mühle statt. Dabei wird das Karbid in einer großen Milchkanne zur Explosion gebracht, so dass ein weit hörbarer Donner entsteht. Traditionell werden „Speckendicken“ gebacken und Getränke angeboten.

Zu besonderen Anlässen

Bogenmachen

Beim Einzug in ein eigenes Haus und bei Hochzeiten wird von den Nachbarn ein Türbogen angefertigt und am Hauseingang des Jubelpaares befestigt. Hierzu trifft sich die Nachbarschaft meist einige Tage vorher, damit die Männer das Bogengestell und die Frauen die Papierrosen und -girlanden herstellen. Bei einer „Hölzernen“ Hochzeit ist der Bogen nicht mit Tannenzweigen bewickelt sondern mit langen Holzspänen geschmückt. Bei der „Porzellanhochzeit“ werden ebenfalls keine Papierblumen angebracht sondern einzelne kleine Geschirrstücke. Ausrichter ist zumeist ein unmittelbarer Nachbar. Der fertige Türbogen wird am Vorabend des Einzugs- oder Hochzeitstages gemeinsam zum haus getragen und am Hauseingang befestigt. Oft wird danach noch ein Lied gesungen oder ein Gedicht zum jeweiligen Anlass vorgetragen.

Neubau - Sparren verstecken

Beim Richten des Dachstuhls eines Neubaus fällt den zukünftigen Nachbarn die Aufgabe zu, in der Nacht zuvor einen Sparren zu verstecken. Das Bauherrenpaar muss diesen dann suchen und durch ein (hochprozentiges) Getränk auslösen. Anschließend werden sie auf dem Sparren sitzend von den Nachbarn durch die Straßen  zu ihrem Haus getragen. Der noch fehlende Sparren wird eingesetzt und anschließend Richtfest gefeiert.

30. Geburtstag

Die an ihrem 30. Geburtstag noch unverheirateten Männer müssen an diesem Tag eine Treppe fegen, unverheiratete Frauen putzen an ihrem 30. Geburtstag Türklinken. Zumeist werden hierzu Treppen bzw. Türen herangezogen, die sich an öffentlichen Gebäuden oder Geschäften befinden. Erst das „Freiküssen“ durch eine Jungfrau bzw. einen Jungmann wird das Geburtstagskind von dieser Pflicht entbunden. Gewissermaßen als „Vorwarnung“ werden unverheiratete Männer an ihrem 25. Geburtstag als „alte Socke“ oder „alte Flasche“ und unverheiratete Frauen als „alte Schachtel“ bezeichnet und erhalten oft auch einen entsprechend behangenen (Tür-)Bogen.

Geburt eines Kindes

Anlässlich der bevorstehenden Geburt eines Kindes wird in Ostfriesland Sinbohntjesopp (oder auch Kinnertön) angesetzt. Bestandteile des „Kinnertön“ sind Rosinen, Kluntje (Läuterzucker) und Ostfriesischer Branntwein. Diese Zutaten werden für mehrere Wochen in einem Gefäß angesetzt. Freunde und Nachbarn stoßen schließlich mit diesem Kinnertön auf die Geburt des Kindes an. Getrunken wird traditionell aus Miniaturtassen (Branntwienskopjes), wobei die Rosinen mit dem beigelegten Teelöffel gegessen werden.

Kulinarisches

Teezeremonie

„Ostfriesische Gemütlichkeit hält stets ein Tässchen Tee bereit."
Gastfreundschaft wird bei uns groß geschrieben. Wir lieben das Gespräch und die Geselligkeit bei einer Tasse Tee. Dabei wird der Tee nicht nur getrunken, um den Durst zu löschen, sondern um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen.

Erst wenn in allen Tassen ein „Kluntje" - so nennen wir den großen weißen Kandisbrocken - liegt, wird der Tee vorsichtig eingegossen. Er sollte vorher mindestens fünf Minuten in der dickbauchigen Kanne auf dem Teestövchen gezogen haben. Knackt der Kandis, ist der Tee heiß genug. Die Tasse wird nur soweit voll gegossen, dass die Spitze des Kandis noch aus dem Tee herausragt. Jetzt wird die Sahne langsam am Innenrand der Tasse um den „Gipfel" in den Tee gegeben. Die Sahne sinkt zunächst nach unten, steigt dann aber wieder als „Wulkje" (Wolke) auf. Vorsicht, der Ostfriesentee wird nicht gerührt, auch wenn der auf der Untertasse liegende Teelöffel darauf hindeutet. Der echte Genuss erschließt sich dem Teetrinker dann, wenn er zuerst den samften Geschmack der Sahne, danach den leicht bitteren Tee und im Abgang die Süße des Kandis spürt.

Frei nach dem Sprichwort „Dree is Ostfresen Recht" wird sich das Procedere mindestens drei Mal wiederholen. Erst dann kommt der Teelöffel ins Spiel. Er wird einfach in die Tasse hineingelegt. So zeigt man wortlos darauf hin, dass keine weitere Tasse mehr gewünscht wird.

Neujahrkuchen

Diese süßen Gaumenfreuden werden den Gästen traditionell am ersten Tag des neuen Jahres angeboten. Sie werden mit einem speziellen Waffeleisen gebacken und meist aufgerollt. In Ostfriesland werden sie daher auch "Rullerkes" oder "Neejohrskoken" genannt. Mit ein wenig Schlagsahne gefüllt verwöhnen sie den Gaumen noch mehr.

Grünkohl

"Grönkohl will Fröst hemmen!" so heißt es hier, bevor er nach den ersten Frösten geerntet wird. Erst dann entfaltet der Grünkohl seine ganze Geschmacksvielfalt. Im Winter ein Muss! Mit Speck, Wurst und Kasseler deftig zubereitet, genießt die "ostfriesische Palme" hier Kultstatus. Hinter "Grönkohl mit Pinkel" verbirgt sich Grünkohl mit geräucherter Grützwurst.

Speckendicken

Bei den Speckendicken handelt es sich um eine Art Eierkuchen, die traditionell in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr gebacken werden. Sie enthalten einfach alles, was der Mensch zum Leben braucht. Deshalb ist der name auch kein Zufall. An Sylvester und Neujahr sind sie die ideale Grundlage für anstehende Feierlichkeiten. Auch danach werden sie kalt noch gerne gegessen.

Snirtjebraten

In früherer Zeit war der "Schnirtjebra" oder "Schnirtje" auf den Höfen der kulinarische Abschluss nach dem Schweineschlachten. Es ist ein beliebtes ostfriesisches Fleischgericht und besteht aus großen Schweinefleisch-Stücken. Sie werden zusammen mit Zwiebeln angebraten und geschmort, so dass sich eine schöne dunkle Sauce ergibt. Serviert wird mit Salzkartoffeln, saurem Kürbis und Roter Beete. Als früheres "arme-Leute-Essen" erfreut sich der Schnirtjebraten jetzt als Winteressen großer Beliebtheit, zumal viele Fleischereien heute schon fertig gewürztes Schnirtjefleisch anbieten.